Mittwoch, 11. März 2009

Papas Schießprügel

Wieder hat jemand die Nerven verloren und mal in der Schule Papas Schießeisen auf Funktionalität überprüft. Der Test verlief wohl recht erfolgreich: 17 16 Opfer gehen auf das Konto eines weiteren Gehirnpuddings. Das Resultat dieses Ereignisses sehe ich auch schon drohend am Horizont heraufziehen. Die Debatte um Ego-Shooter wird wieder losbrechen und diesmal wohl noch mehr Wind unter den blinden Flügeln tragen, da die Vorfälle sich in immer kürzeren Abständen wiederholen. Tja, wenn der Babbes 18 Schießprügel legal zu hause hat und die nicht wegschließt, könnte man ja unter Umständen annehmen, dass die männliche Seite der Familie ein ohnehin bedenklich liebevolles Verhältnis zu Schusswaffen hat. Findet man jedoch Spiele auf dem Rechner vor, in denen man sogar Gebrauch von virtuellen Waffen machen kann, ist selbstverständlich klar, was wirklich Schuld an diesem jüngsten Killing Spree ist.
Ich erkenne hier keinesfalls ab, dass »Killerspiele« bei sowieso schon behinderten Affen durchaus schwerwiegende, zur Tat motivierende Impulse liefern können oder das in manchen Fällen mit Sicherheit auch tun.
Allerdings kotzt es mich an, dass Deutschlands Volk auch im Jahre 2009 noch einen Sündenbock benötigt, auf den es unter dem Deckmantel der politischen Korrektheit einprügeln kann, um so wenigstens an der öffentlichen Debatte teilnehmen und seine uninteressante Meinung mitteilen zu können. Im aktuellen Fall wird doch einem Normaldenkenden mit wenigstens einer gesunden Hirnhälfte klar, dass da wohl nicht die Ego-Shooter, sondern vielmehr die 18 (diese Zahl ist gewaltig!) frei zugänglichen Waffen die Tat ermöglichten und wohl auch hauptsächlich motivierten. Wenn der Vater soviele Knarren besitzt, werden sie wohl eines seiner Hobbies sein. Klar, dass man seinem Jüngsten gern seine Hobbies vorstellt, am besten, sobald er halbwegs begreifen kann, was Waffen anrichten. Die aus soviel - für einen damals vielleicht Zwölfjährigen, in diesem Gedankenexperiment - frei zugänglicher Macht und Zerstörungskraft resultierende Entwicklungsstörung ist sicher irrelevant. Denn er spielte ja Killerspiele, for fuck's sake!
Ich bin schwerst gespannt, wieviele Nerven mich diese geschmacklose »Nicht unsere Erziehung oder unser Umgang mit Waffen, sondern die da sind schuld dran!«-Diskussion wieder kosten wird.

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