Sonntag, 19. April 2009

Hostel

Machen wir's kurz: zwei Kalifornier und ein Isländer erfahren während einer Backpacking-Tour von einer Herberge in der Slowakei, in der die Frauen scharf, willig und im Überfluss vorhanden wären. Hirn aus, Pimmel an und los geht die Reise. Zunächst scheint es, also wäre man im Paradies angekommen, als allerdings einer nach dem anderen Komparse in einem Mordferienprogramm für Reiche wird, gefällt es ihnen nicht mehr so doll. Zwei sterben, eine erledigt sich selbst, der Letzte rächt sich und der Film ist zu Ende.
Diese Idee hätte in einem Buch wahrscheinlich wesentlich besser funktioniert, als in einem Film. Den psychischen Horror für die Charaktere hätte man viel intensiver ausleuchten und beschreiben können. Ebenfalls besser zu beschreiben wären die Gewaltexzesse der Reichen und Gescheiterten an ihren vermeintlich hilflosen Opfern gewesen. Allerdings lockt man mit Büchern ja keine Hirnlosen in die Kinosäle, wo sie in der Regel einen Haufen Geld für einen noch größeren Haufen Scheiße liegen lassen. Solch ein Haufen Scheiße ist Hostel zweifelsohne. Die schauspielerischen Darbietungen sind rund um das Ausscheiden diverser Sekrete aus Mund, Augen oder beigebrachten Wunden angeordnet und dementsprechend sorgfältig wählte man dann auch die Darsteller aus: einfach mal jemanden auf die Leinwand gekotzt, passt schon.
Die zwei Darstellerinnen der Mädchen aus der Herberge sind aber definitiv sehr niedlich. Womit ich zu meinem Kernpunkt komme: Augenkino. Ein Film, der eigentlich verstören und die Psyche attackieren sollte, sorgt einzig durch Optik für Unterhaltung. Viel Potential mit Karacho in zwei Paar Titten verblasen, denn mehr gibt es eigentlich nicht zu sehen. Ach so, doch. Die langweiligen und mittlerweilen standardisierten Gewaltdarstellungen. Ui, abgesägte Finger! Oh wei, ein abgeschnittenes Auge! Uiuiui! Da hat man sich aber wirklich was einfallen lassen. Angesichts der so hauchdünnen und einschläfernden Geschichte müsste man da ja fast bösartig annehmen, dass der gesamte Film einzig um diese Gewaltszenen konstruiert wurde. Aber ich bin ja nicht bösartig, oder?
Bei diesem Film hätte ich gern selbst eine Kettensäge benutzt und den Fernseher zersägt oder zumindest den Regisseur geflext. Herr Tarantino, hierfür deinen Namen herzugeben lässt leider nur den Schluss zu, dass du definitiv nachlässt. Setzen, sechs.

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