Weder Hauptschule, noch Realschule oder gar Berufsbildende Schule wird hier angesprochen. Ich rede hier über Gymnasien. Zumindest jene in Rheinland-Pfalz.
Nennen Sie eine Stadt mit vier Buchstaben in Italien: PISA! Diese Studie ist in meinen Augen der endgültige Sargnagel des rheinland-pfälzischen Bildungssystems gewesen. Deutsche Schüler sind schlecht. Durch die Bank. Daran musste etwas geändert werden, wir haben viel zu wenige Abiturienten in Deutschland. Ohne Abiturienten lässt sich keine vernünftige, fähige Elite bilden, die ein Land stemmen und weiter ausbauen kann. Doch wo sollte man plötzlich fähige Abiturienten hernehmen? Aus dem Boden wuchsen sie nicht, sonst wären es ja ohnehin mehr Hochschulzugelassene gewesen, als man die deutschen Schüler Reise nach Pisa spielen ließ. So entschied man sich, einen bewährten, faulen aber nichtsdestotrotz ungemein effizienten Kniff anzuwenden.
Da man nicht ohne weiteres einfach hätte die Zahlen fälschen können, musste man eben deren Darstellung manipulieren. Wo keine wahren Abiturienten sind, muss man eben künstlich welche schaffen. Das sieht auf dem Papier dann sehr viel besser aus, man kann im Wahlkampf damit prahlen, weiterhin Wählerstimmen einsacken und alles sieht eben schöner aus, als es das tatsächlich ist.
Dasselbe Prinzip kam übrigens bei Hartz IV zum Einsatz. Da die Arbeitslosen nicht abnahmen, beschloss man eben einfach, sie fortan nicht mehr alle zu zählen und gab einem Großteil der Arbeitslosen einen neuen Namen. Somit konnte man sie fortan getrennt zählen und die Zahlen sahen schöner aus. Dass sich die Tatsachen allerdings nicht geändert haben, bleibt unerwähnt. Zählte man nach denselben Prinzipien, die vor der Hartz-Reform zum Tragen kamen, käme man auf eine fast unveränderte Zahl an Arbeitslosen. Ich sage fast unverändert, weil die Zahl nach meinem letzten Kenntnisstand gar gestiegen ist. Doch um zum eigentlichen Thema zurückzukehren.
Da war nun also dieses eklatante Loch in der Statistik, wo eigentlich siebzehntrilliarden Abiturienten hätten rumstehen sollen. Wie löst man das nur? Genau, man lässt einfach die Dummen Abitur schreiben. Da die Dummen allerdings ihrem Namen nach schon zu dumm dafür sind, muss man das System irgendwie so zurechtbiegen, dass eben auch unsere Dümmsten die Hochschulzulassung erhalten. Der große Kriegszug der Gutpädagogen begann. Irgendwo im Ministerium wurden sie einer Denkwäsche unterzogen und gaben gleich auch noch bereitwillig das Gehirn irgendwo im Haus ab. Diese Seelenlosen zogen dann los. Bewaffnet mit der Allzweckwaffe der Zwangsverdurchschnittlichung: den Epochalnoten. Mit diesem Werkzeug sollte es den hirnlosen Drohnen aus Mainz von nun an möglich sein, die Dummen nach oben zu hieven und die Schlauen, die eigentlich vormals wahre Elite des Landes, in den Dunstkreis der Dummen hinabzuziehen. Kompetenz und Wissen sollten von nun an vollkommen irrelavant zur Notenbildung sein. Einzig und allein die Frequenz, nicht die Qualität, der Beiträge war entscheidend über die MSS-Punktzahl. Welch Irrsinnsvöllerei!
Doch damit nicht genug. Man hätte es durchaus bei dieser Verwässerung belassen können, dumme Abiturienten ohne Qualifikation hätte man reichlich produziert. Mit solchen halben Sachen gibt man sich im Ministerium aber nicht zufrieden und fährt den Karren dann lieber doch gleich vollends in den Dreck. Wenn man schon die Dummen subventioniert, dann kann man ja auch gleich die Unterrichtsqualität deren Horizont anpassen.
Es gab Zeiten, da hat man in Deutsch richtig was gelernt. Da hat man, unter der Führung der Lehrkraft, die verworrenen Botschaften großer, deutscher Literatur entworren, die Schönheit der deutschen Sprache zu schätzen gelernt und seinen Horizont erweitert. Meine Güte, damals hat man sogar Gedichte schriftlich interpretiert! Heute liest man gemeinsam die erste Strophe und malt hinterher ein Bild davon. Auch schön. Nur leider völlig idiotisch. Aus selbst gemalten Bildern lerne ich nichts. Daraus lernen auch andere nichts. Aber wie soll das auch funktionieren? In Deutsch-Leistungskursen sind nicht mehr diejenigen, die wirklich Deutsch besser können, als die anderen. Von wegen. Die allermeisten wählen ihren Deutsch-LK nicht etwa, weil sie gut in Deutsch sind, sondern einfach nur deshalb, weil sie in allem anderen noch schlechter sind. Kein Wunder also, dass die Deutsch-LKs immer am stärksten vertreten sind. Denn dort sitzt jeder einzelne Dumme und zwei, drei arme Schweine, die Deutsch wählten, weil sie wirklich etwas lernen wollten. Ich zum Beispiel.
All dies werde ich künftig in einer Reihe im Detail beleuchten. Jedenfalls, soweit ich etwas Genaueres dazu zu sagen vermag. Diese Reihe wird den ebenso reißerischen wie treffenden Namen "Kampf den Dummen!" tragen. Zwar sehr faschistisch und den Grundgedanken nicht treffend, aber so hält man immerhin Leser.
Dienstag, 28. April 2009
Dienstag, 21. April 2009
Scheiternde Selbstdarstellung
Kinder, wenn ihr es so übermäßig juvenil und angesagt findet, es überall herumschreit, stolz auf eure soziale Unfähigkeit seid und wirklich jeden im Voraus darüber aufklären wollt, dass ihr katastrophal dumm seid, dann sagt bitte weiterhin, ihr würdet Assis sein. Assi ist zwar die Kurzform von Assistent, da das, was ihr meint, von asozial abgeleitet wird, aber indem ihr eure Dummheit schon bei eurer Eigenprofilierung preisgebt, muss man euch ja nicht ernst nehmen.
Hättet ihr nämlich irgendwann mal in eurem Deutschunterricht euer asoziales Verhalten unterdrückt und nur eine Sekunde hingehört, wäre euch sicher irgendwann die Unterscheidung zwischen stimmhaftem und stimmlosem S über den Weg gelaufen.
Aber macht euch nichts draus. Bleibt die Assis, die ihr seid und bringt weiterhin euren Vorgesetzten, die immer eure Vorgesetzten sein werden, ihren Kaffee. Dann seid ihr immerhin professionelle Assis.
Hättet ihr nämlich irgendwann mal in eurem Deutschunterricht euer asoziales Verhalten unterdrückt und nur eine Sekunde hingehört, wäre euch sicher irgendwann die Unterscheidung zwischen stimmhaftem und stimmlosem S über den Weg gelaufen.
Aber macht euch nichts draus. Bleibt die Assis, die ihr seid und bringt weiterhin euren Vorgesetzten, die immer eure Vorgesetzten sein werden, ihren Kaffee. Dann seid ihr immerhin professionelle Assis.
Sonntag, 19. April 2009
Hostel
Machen wir's kurz: zwei Kalifornier und ein Isländer erfahren während einer Backpacking-Tour von einer Herberge in der Slowakei, in der die Frauen scharf, willig und im Überfluss vorhanden wären. Hirn aus, Pimmel an und los geht die Reise. Zunächst scheint es, also wäre man im Paradies angekommen, als allerdings einer nach dem anderen Komparse in einem Mordferienprogramm für Reiche wird, gefällt es ihnen nicht mehr so doll. Zwei sterben, eine erledigt sich selbst, der Letzte rächt sich und der Film ist zu Ende.Diese Idee hätte in einem Buch wahrscheinlich wesentlich besser funktioniert, als in einem Film. Den psychischen Horror für die Charaktere hätte man viel intensiver ausleuchten und beschreiben können. Ebenfalls besser zu beschreiben wären die Gewaltexzesse der Reichen und Gescheiterten an ihren vermeintlich hilflosen Opfern gewesen. Allerdings lockt man mit Büchern ja keine Hirnlosen in die Kinosäle, wo sie in der Regel einen Haufen Geld für einen noch größeren Haufen Scheiße liegen lassen. Solch ein Haufen Scheiße ist Hostel zweifelsohne. Die schauspielerischen Darbietungen sind rund um das Ausscheiden diverser Sekrete aus Mund, Augen oder beigebrachten Wunden angeordnet und dementsprechend sorgfältig wählte man dann auch die Darsteller aus: einfach mal jemanden auf die Leinwand gekotzt, passt schon.
Die zwei Darstellerinnen der Mädchen aus der Herberge sind aber definitiv sehr niedlich. Womit ich zu meinem Kernpunkt komme: Augenkino. Ein Film, der eigentlich verstören und die Psyche attackieren sollte, sorgt einzig durch Optik für Unterhaltung. Viel Potential mit Karacho in zwei Paar Titten verblasen, denn mehr gibt es eigentlich nicht zu sehen. Ach so, doch. Die langweiligen und mittlerweilen standardisierten Gewaltdarstellungen. Ui, abgesägte Finger! Oh wei, ein abgeschnittenes Auge! Uiuiui! Da hat man sich aber wirklich was einfallen lassen. Angesichts der so hauchdünnen und einschläfernden Geschichte müsste man da ja fast bösartig annehmen, dass der gesamte Film einzig um diese Gewaltszenen konstruiert wurde. Aber ich bin ja nicht bösartig, oder?
Bei diesem Film hätte ich gern selbst eine Kettensäge benutzt und den Fernseher zersägt oder zumindest den Regisseur geflext. Herr Tarantino, hierfür deinen Namen herzugeben lässt leider nur den Schluss zu, dass du definitiv nachlässt. Setzen, sechs.
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