Sonntag, 22. Februar 2009

Blöde Anglizismen!

Regt mich auch auf, diese Verdenglischung des Deutschen. Allein schon, dass man dafür einen eigenen Begriff entworfen hat ist zum aus der Haut Fahren. Deutsch ist eine der schönsten Sprachen, die ich je hören durfte, zudem unglaublich exakt und prägnant, wenn man sie beherrscht. Ein Mann wie Kant, von dem man halten kann, was man will, wäre nie im Leben in der Lage gewesen, solche exakten und abstrakten Gedanken zu haben, wenn er nicht das sprachliche Mittel Deutsch zur Verfügung gehabt hätte. Aber das geht am Pöbel ja vorbei, da spricht man lieber von »Action«, »Entertainment«, »Chicks« and what not. Ja, diesen Tanz kann ich auch. Aber ich tanze ihn nicht gern, es sei denn, es ist einfach stimmig. Braucht ihr ein Beispiel für passend und unpassend?

Unpassend: »Hey, Leute, die da wollen mich zusammenschlagen, gebt mir mal Support!«
Passend: »Meine Uhr ist kaputt. Fuck!«

Beim Fluchen sind andere Sprachen, zugebenermaßen, meist flüssiger und melodischer als das Deutsche. Ausgenommen der bayrische Akzent, da ist Fluchen auch prima einsetzbar. Ansonsten ist wohl Italienisch hier das Präferendum.
Auch, dass in Kundenansprachen nur noch von »Service« und nicht mehr von »Dienstleistungen« die Rede ist, kotzt mich an. »Service« ist ein schwammiger Begriff, »Dienstleistung« hingegen sagt jedem Deutschen, der seiner Sprache mächtig ist, gleich, was da auf ihn zukommt: jemand bietet ihm an, eine Tätigkeit zu verrichten, die er auch getrost selbst verrichten könnte, es aber aus Bequemlichkeit sein lassen kann. Das wäre ja dann aber wieder zu ehrlich und man könnte sich peinlich berührt fühlen, also spricht man von Service. Lustig ist aber, dass Kunden bei Dienstleistungen, die auch als solche tituliert werden, eine Gebühr zahlen, beim Service aber von Gratisofferten ausgehen.
Übertreibt es damit einfach nicht so schrecklich, verdammte Axt noch eins. Das ist alles, was ich will.

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